
Die Kanak-Kultur beruht auf der mündlichen Überlieferung, dem Austausch, den Mythen und animistischen Legenden, wobei die Bräuche im Mittelpunkt dieser Kultur stehen, die das soziale Leben bestimmt.
Die Kanak-Kultur ist in allen Lebensbereichen präsent und drückt sich in vielfältigen Kunstformen aus.
Jedes Individuum ist in erster Linie Mitglied seines Stammes, in dem die Alten, „les Vieux“, einen besonderen Einfluss genießen. Privateigentum existiert nicht. Das Land gehört allen, die Verteilung wird durch Bündnisrecht geregelt.
Der Anbau von Igname bestimmt das Leben des Clans. Dieses Wurzelgemüse ist ein heiliges Nahrungsmittel, das anlässlich von großen Gemeindefesten geopfert wird. Hochzeiten, Inthronisierungszeremonien usw.
Die mündliche Überlieferung spielt eine wichtige Rolle. Obwohl Französisch die offizielle und allgemeine Amtssprache ist, existieren noch 28 Lokalsprachen auf dem Archipel, von denen fünf der Status einer Regionalsprache verliehen wurde. Die am meisten gesprochenen Sprachen sind „Nengoné“ auf der Insel Maré, „Drehu“ auf Lifou und „Païci“ in der Region Poindimié an der Ostküste.
Die Kanak-Kultur hat in den 1970er Jahren eine Renaissance erlebt, als die ersten Identitätsbewegungen aufkamen.

Die Kultur drückt sich in vielfältigen Formen aus, wobei die Holzschnitzerei und insbesondere „Houp“ vermutlich die symbolträchtigsten und weltweit bekanntesten Formen sind. Totems, Masken, Türverzierungen und Spitzgiebel : die zeitgenössische Schnitzerei ist immer noch mit dem Glauben der traditionellen Stammesgesellschaft eng verbunden, inspiriert aber auch die Gegebenheiten der aktuellen Gesellschaft. Diese Werke sind häufig Darstellungen von Menschen, deren Körper zwar stark vereinfacht, deren Gesichter jedoch sehr expressiv wieder gegeben werden.
Die Korbflechterei ist ebenfalls ein bei den Stammesfrauen weit verbreitetes Kunsthandwerk zur Herstellung von praktischen Gegenständen des täglichen Lebens.
In Nouméa ist das majestätische Kulturzentrum Tjibaou, das von dem italienischen Architekten Renzo Piano entworfen und 1998 eingeweiht wurde, ein Sinnbild für die Kanak-Kultur und deren Lebendigkeit.

Bei den „Broussards“, den Nachkommen der Pioniere, ist eine Mischidentität entstanden, die eine von Australien, Melanesien und Europa beeinflusste Lebensweise entwickelt haben.
In den ältesten Vierteln von Nouméa erinnern alte Holzhäuser mit bunten Fassaden, das Château Hagen und die wunderschöne Maison Célière in der Vallée des Colons, das kürzlich restauriert wurde, den Charme der Kolonialzeit, während im Innern der Insel die „Broussards“ ein Leben führen, das sich im wesentlichen im Freien auf den großen Ländereien abspielt, wo Vieh, Pferde und ganz allgemein die Natur die vornehmliche Rolle spielen. Ein Leben, das fast autark ist, wo Solidarität und Improvisation das tägliche Leben erleichtern. Bei Viehzuchtveranstaltungen wird das Können der Broussards vorgeführt.
Im Busch wie auch in Nouméa erinnert das kulturelle und unterhaltsame Leben überall an die Vielfalt der Völker, die hier zusammen leben.
Sollte während Ihres Aufenthalts sich zufällig die Gelegenheit ergeben, können Sie zum Beispiel das chinesische Neujahrsfest in der vietnamesischen Gemeinschaft, "l’Aïd", das Ende des Ramadan in der indonesischen Gemeinschaft oder ein wallisianisches Fest mit ozeanischen Tanzrhythmen erleben. Die wallisianische und futunianische Gemeinschaft ist auch einflussreich und im lokalen Vereinsleben sehr aktiv vertreten.
Die Religion ist für die Identität der Menschen eine wichtige Komponente, ganz besonders bei den ozeanischen Gemeinschaften. Mystisches Gedankengut besteht weiterhin fort, aber der christliche Kult, der noch aus der Zeit der Missionare stammt und häufig katholisch, aber auch protestantisch oder orthodox geprägt ist, überwiegt.

Die Kaledonier tanzen zu allen Musikstilen der Welt, vornehmlich zu Reggae, der die lokale Musik, den Kaneka, geprägt hat.
Diese Musikrichtung ist in den 1980er Jahren entstanden und basiert auf dem Zweiertakt des Pilou, des traditionellen Kanak-Tanzes, der bei Stammesfesten getanzt wird. Die Veranstaltungen zahlreicher lokaler Musikgruppen sind sehr begehrt.
Aber auch Country Music, als nostalgisches Souvenir der Amerikaner und der Tahitianische Walzer, ein Paartanz, sind ebenfalls Klassiker der kaledonischen „Playlists“.

Dank Meer, Gebirge und Sonne ist Sport tief in der kaledonischen Gesellschaft verwurzelt. Football ist König in den Stadien wie auch in den Stammesdörfern, wo auch eine lokale Version von Cricket, insbesondere von den Frauen, gespielt wird, ein weiteres Erbe der Missionare.
Neukaledonien nimmt alle vier Jahre an den Pan-Pazifischen-Spielen teil, eine Art Olympischer Spiele auf regionaler Ebene, bei denen zweiundzwanzig Gebiete und Länder Ozeaniens aufeinander treffen und gegeneinander antreten. Bei diesem multiethnischen Wettkampf hat Neukaledonien bei dreizehn Veranstaltungen elf Siege davon getragen.